So durften wir dann endlich auch mal 130 fahren denn mehr haben wir uns mit Bruce auch nicht getraut, bei der Hitze. :D
Auf dem Weg zum Uluru kam auf einmal ein großer Plateauberg in Sicht und wir waren schon ganz happy und wunderten uns nur, ob wir uns eventuell mit der Fahrtzeit verrechnet hatten. Leider war das aber ein anderer Berg...
Als wir dann am echten Uluru ankamen war uns auch klar, dass wir ziemlich panne waren, diesen verwechselt zu haben, denn der sah doch gänzlich anders aus. ;)Naja, das passiert wenn einem die Sonne zu Kopf steigt.
Auch beim Uluru musste man ein Ticket für den Aufenthalt im Uluru/Kata Tjuta National Park kaufen und auch richtig durch eine Schranke.
Wir sind erstmal um diesen großen roten Felsen herumgewandert und haben alle Infoschilder gelesen. Interessant ist, dass an machen stellen Fotographie verboten ist, weil die Heiligen Orte der Aborigines wohl da bleiben sollen wo sie sind. Wer sie also anschauen möchte muss selber hinkommen. :D
Die Runde um den Berg ist komplett plan, denn der Uluru ist einfach ein Monolith der aus der Wüste herausragt wie ein Eiswürfel. Das was man vom Berg sehen kann ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs, denn der Brocken steckt wohl noch zumindest zu zwei Dritteln in der Erde.
Auch wenn das Laufen nicht sonderlich anstrengend war, freuten wir uns über jeden Windzug, der abkühlte auch immer ein paar der hundert Fliegen wegpustete.
Um sich für lästige Fliegen zu qualifizieren muss man im Outback nicht mal schwitzen, es reicht wenn man sich außerhalb geschlossener Räume bewegt.
Nach erfolgreichem Umrunden konnten wir uns dann im Cultural Center erstmal ein bisschen abkühlen und dabei noch schöne Geschichten der Aborigines lesen. Vor allem die neuzeitliche Geschichte des Uluru ist sehr interessant, da dieser den Ureinwohnern für eine ganze Zeit komplett weggenommen wurde. Dabei ist der Uluru in der Kultur der Aborigines sowas wie der Petersdom für
die Christen, also war das wirklich übel. Im langen Rechtsstreit konnte der Ayers Rock der dann einige Zeit nur dem Tourismus diente wieder zurückerlangt werden. Allerdings ist ein Weg der auf den Gipfel des Ulurs führt für Touristen immer noch offen. Die Aborigines klettern selber nicht auf ihrem Heiligtum herum, aber anscheinend ist der Regierung das Geld durch Touristen dann doch wichtiger als die Wünsche der native Australians. :/
Beim Parkplatz gab es Wasser und die schönen BBQ Platten zur freien Nutzung, sodass wir uns erstmal mit einer richtigen Mahlzeit stärken konnten. Kochen unter Dauerangriff von Fliegen ist allerdings ziemlich Kräfte zehrend. :D
Mit vollem Magen fuhren wir dann mit unserem Brucie zum Sunset Viewpoint Parkplatz und sicherten uns früh genug einen guten Platz. Da die Sonne noch nicht untergehen wollte saßen wir dort recht lange gemütlich auf unseren Campingstühlen. Es war leider sehr bewölkt und so fiel ein schöner Sonnenuntergang mit einem besonders roten Uluru dann leider in Wasser.
Da man im National Park nicht übernachten durfte sind wir dann eilig wieder los um zu unserer freien Campsite zu kommen. Auf dem Weg hat Shelly einen Dingo gesehen, den ich leider verpasst habe. Die Nacht war dann sehr interessant, da wir mittendrin vom Geheule der Dingos aufgeweckt wurden. Ich bin mit offenem Mund aufgewacht und hatte irgendwie das gefühlt ich hätte in den Dingo-Chor mit eingestimmt. o.0 Naja, es klang sehr gespenstisch und die Biester waren ganz sicher nicht sehr weit vom Parkplatz weg...
Am nächsten Morgen mussten wir erschrocken feststellen, dass der Bulli von zwei Mädels die wir seit Darwin schon zweimal gesehen hatten einfach neben uns stand. :D Die beiden meinten auch, die Dingos wären ganz nah an den Autos gewesen...
Wir waren auch jetzt wieder im Dunkeln aufgestanden, weil wir es einmal mit dem Sonnenaufgang beim Uluru probieren wollten. Die Wolkendecke hatte sich leider nicht verzogen und so gab es außer einer riesigen Horde an Touristen die auf einer Aussichtsplattform um das beste Foto rangen nichts besonderes zu sehen. Es war trotzdem ein schöner Morgen und die weiträumig angelegten Wege zu gaben uns genug Platz Abstand zu nervigen Tourigruppen zu wahren. :)
Es gab dann um 10 eine kostenlose Tour mit einem Ranger, die haben wir sehr genossen, da es eine kleine ruhige Gruppe mit einem tollen Guide war. Der Ranger war selber Aborigine, wenn auch eher westlich orientiert und hat alle Geschichten sehr lebhaft herübergebracht. Er hat uns auch von Geistern erzählt die den Uluru bewachen und einen nachts besuchen kommen. Ich glaube das sind eher Dingos die da spuken, aber jedem das seine. Er meinte auch, dass einige Besucher in der Nähe des Berges besonder gut schlafen könnten und Ruhe finden würden. Ich fand es sehr interessant mich so in die sehr spirituelle Welt der Aborigines einführen zu lassen. Wobei die Erzählungen von göttlichen Tieren oder Tiermenschen meistens eine Art Gleichnis mit eine Botschaft zu Neid, Diebstahl, Zorn und Ähnlichem waren. Die Geschichte der Mala Menschen durften wir dann auch nicht komplett hören, da die in South Australia endete und man die auch nur dort irgendwo erzählen darf. :( gemein! :D
Dabei wurde dann auch noch einmal auf das Thema: Den Uluru hochklettern, eingegangen. Es gab in der Gruppe dann wirklich Leute die sich beschwerten, dass der Pfad so oft gesperrt sei. Dies liegt allerdings daran, dass der Weg nicht ungefährlich ist und bei etlichen Wetterlagen aus Sicherheitsgründen gesperrt wird.
Auch an diesem Tag war das Infocenter wieder ein angenehmer Ort, an dem wir entspannt einiges über die Nahrungssuche im Outback das herstellen von traditionellen Heilmitteln und Werkzeugen lernen konnten. Obwohl wir dann theoretisch wussten wie man sich lecker Würmer kocht sind wir dann doch lieber bei altbewährten Bratkartoffeln geblieben die wir auf den Grill hauen konnten. :D
Wir haben es dann abends noch einmal wenig erfolgreich mit dem Sonnenuntergang probiert, allerdings diesmal von weiter entfernten Rastplatz. Auf dem Rückweg durch die roten Dünen haben wir dann aber noch ein paar sehr scheue Three-lined knob tailed geckos zu finden. Diese Geckos speicher Wasser in ihrem Schwanz und sehen deshalb ziemlich lustig aus. Ich hatte gehofft vielleicht einen Thorny Devil zu finden, aber das sollte wohl nicht sein. :(
So rollten wir uns dann wieder gemütlich in Auto und hatten eine schön kühle Nacht. :)
Der "falsche" Berg :D
(Mt. Ebenezer)
Jetzt wirklich!
Fliegen für alle!
Möp! Schnön die Augen zu.
Gecko!
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