Montag, 27. Juli 2015

232. - 240. Tag - Adelaide und Umgebung und Abschied von vielen Dingen

Schön früh morgens sind wir in den Flinders Ranges zusammen mit den Kängurus aufgestanden, dann ging es weiter zu einer schönen Wanderstrecke am Dutchmans Stern (ein Berg) bei dem wir auch die ganze Zeit Roos in unserer Nähe hüpfen hatten. Die Leute vom regionalen Wanderverein Waren gerade dabei neue Wegweiser aufzustellen und so war dort richtig was los. :)
Am Gipfel, von dem man einen wunderbaren Ausblick hatte, angekommen, haben wir uns erstmal mit einer älteren Dame unterhalten die sich ziemlich gut mit der Gegend auskannte. Wir haben auch etwas schönes in das Besucher-Buch geschrieben, was in einer Plastikröhre am steckte.
Die Wanderung dauerte schon ein paar Stunden und auf dem Weg habe wir einen Bobtail-Lizard gefunden, der sieht wirklich so aus wie auf dem Foto und ist nicht verletzt oder sowas. :)

Auf dem Weg nach Adelaide haben wir unseren letzten Stop auf einem kostenlosen Campingplatz gemacht. Dort trafen wir einen super lieben Rentner welcher alleine unterwegs war und sich über etwas Gesellschaft freute. Er war italienischer Herkunft und hatte aber seit er denken kann in Australien gelebt und war in Adelaide aufgewachsen. Eine erinnerungswerte Aussage von ihm war, dass beim Reisen aber auch in allen anderen Dingen immer ein paar Leute (egal welcher Herkunft, Bevölkerungsschicht etc.) es allen anderen kaputt und dadurch Vorurteile herbeiführen. Wir kamen eigentlich über das eher negative Bild von jugendlichen Backpackern auf das Thema. :D

Nach dieser Nacht kamen wir dann schlussendlich wieder in die Stadt in der für uns fast alles angefangen hatte. Und irgendwann als wir auf eine uns bekannte Straße fuhren wussten wir, dass wir gerade einen riesigen (nicht wirklich runden) Kreis geschlossen hatten, der sich um halb Australien zog. Das war irgendwie ein sehr cooler Gedanke. :D
Wir hatten dann in der City aber auf einmal leichte Beklemmungen, weil wir es gar nicht mehr gewohnt waren auf dreispurigen Straßen unterwegs zu sein, auf denen Leute die Spur zufällig und ohne Blinker wechseln und solche Späße... Außerdem stach uns auch gleich in Auge, das die Präsenz an Polizeifahrzeugen wirklich unglaublich hoch war. Als dann noch ein Schild kam das sagte: "Police now targeting: Roadworthiness" (Also Kontrolle des Zustands von Fahrzeugen) hatten wir dann leicht Panik und waren sehr froh als wir am Campingplatz ankamen ohne angehalten worden zu sein. :)
Dort buchten wir uns dann fatalerweise gleich für die ganze Woche ein. Wir mussten eine recht teure powered site nehmen, weil es nix anderes gab. Da wir uns dafür bereit machten unser Auto verkaufsbereit leerzuräumen bauten wir noch ein letzten mal unser kleines Zelt für die Zeit.
Leider war die Campsite für uns eine echte Enttäuschung, da in der ersten Nacht auf einmal noch ein Wohnmobil auf unserem Platz gequetscht stand. Als wir uns am nächsten Morgen deshalb beschwerten und unseren Aufenthalt verkürzen wollten wurde uns nur gesagt, dass das nicht möglich wäre und die Leute mit dem Wohnmobil wären schuld. Naja... Dann hatten die nicht einmal eine richtige Campküche und irgendwie fanden wir dort dann ganz schnell alles total ätzend, was natürlich dadurch verstärkt wurde, dass wir beleiben mussten da wir ja eh kein Geld wiederbekommen hätten.
Es hat auch total viel geregnet, was natürlich in dem kleinen Zelt echt unspaßig war.

Die Tage haben wir uns damit vertrieben mit der O-Bahn oder dem Auto in die Stadt zu fahren und unseren Blog in der State Library weiterzuschreiben, angestrengt nach Souvenirs zu suchen und sonst irgendwie in der City herumzulaufen. Ich habe abends meist noch Sport gemacht, was ziemlich hart war noch gefühlt einem halben Jahr ohne jeglichen Sport. :)
Der doofe Campingplatz hatte zum Glück eine ganz schöne Lage an einem Fluss mit einer netten Joggingstrecke an der so Geräte für Fitnesstraining aufgebaut waren und bis zur O-Bahnstation musste man nicht weit laufen.

Da die Woche nicht so spannend war verlasse ich hier mal das Tagesformat und liste nur besondere Ereignisse auf.

Wir hatten zwischendurch mehrere Leute die an unserem Auto interessiert waren aber nur eine Familie kam dann wirklich für eine Testfahrt. Die sagten auch sie würden es unbedingt haben wollen aber sagten dann den Termin zur Übernahme ganz kurzfristig ab.

Wir haben uns einen Tag raus in die Adelaide Hills und nach Hahndorf getraut, wo man lächerlich stereotypische deutsche Läden sehen und wirklich einige interessante Aspekte über die deutschen Kolonialisten lernen konnte. Auf dem Rückweg sind wir noch zum Mt. Lofty über eine irre kurvige Bergstrecke. Dieser Berg ist der höchste in der Gegend und man kann vom Gipfel die ganze Stadt überblicken. Leider hatten wir tief hängende Wolken und natürlich null Sicht. Die Fahrt hat aber echt Spaß gemacht und an dem Tag waren wir wirklich gut drauf. :)

Zwei Tage und Nächte hatten wir Wind mit Orkanstärke der unser Zelt zerstören wollte, die Nächte waren noch kälter und schlafen konnten wir kaum. Beim Souvenirs-Shoppen haben wir uns irgendwann wirklich Stress gemacht, weil es wirklich verdammt schwer ist in dem ganzen Haufen an Kitsch ein paar schöne Sachen zu finden und dann mit dieser geringen Auswahl seinen Lieben gerecht zu werden...

Wir waren bei Consolidated Power Projects um Shellys Mitarbeiter zu treffen. Das war wirklich spaßig, weil Shelly dort fast alle kannte, und weil Peter Mooney auch Zeit hatte vorbeizuschauen. Er hatte uns schon vorher per SMS eingeladen noch ein paar Nächte bei seiner Familie zu bleiben und wir konnten dann genaueres mit ihm besprechen.

Eines Abends fuhren wir durch die sehr vollen Straßen zurück zum Campingplatz und kamen an eine Art Doppelkreisel. Wir kannten ja mehrspurige Kreisel jetzt recht gut, aber zwei mehrspurige Kreisel die wie eine Acht ineinander übergingen waren doch ein bisschen viel. Dabei hat Shelly dann aus Versehen ein Auto bei der Einfahrt in den zweiten Kreisel geschnitten welches dann laut hupend hinter uns herfuhr. Dann hörten wir auf einmal ein Yelp-Horn und hatten blau-rote Lichter im Rückspiegel. Kurz hinter dem hupenden Auto war einer der vielen Streifenwagen gewesen, welcher uns jetzt raus zog. Wir waren natürlich total perplex und bogen dann vorsichtig in die nächste Straße ab und hielten nach einem kurzen Stück an. Als die Officers dann an die Fahrseite kamen und der erste fragte. "What happend there?", wollte Shelly schon gleich alle Schäden an unserem Auto gestehen und plapperte gleich los. Ich war irgendwie etwas ruhiger als Shelly und hatte realisiert, das der Polizist nicht von dem Riss in unserer Windschutzscheibe sprach den er kurz mit seiner Taschenlampe angeleuchtet hatte, sondern nur wissen wollten warum wir das Auto im Kreisel geschnitten hatten. Ich habe Shelly das schnell auf Deutsch klar gemacht (ja, eine zweite Sprache kann doch sehr hilfreich sein :D) und dann selber losgeredet, dass wir noch nie so einen schwierigen Kreisel erlebt hätten und alles nur ein ein Versehen war.
Daraufhin ließ der Officer der erst noch wegen Shellys plötzlicher Beichte nachhaken wollte von ihr ab und sagte, dass es wirklich ein sehr ungewöhlicher Kreisel sei, bei dem selbst Australier so ihr Schwierigkeiten hätten. Er wollte dann noch Shellys Führerschein sehen, fand ganz cool das wir Backpacker waren und er und sein Kollege (beides recht junge Polizisten) amüsierten sich daran wie seltsam der unsere Papplappen von Internationalen Führerscheinen aussehen. :D
Danach gab es noch einmal eine Einweisung wie wie den Kreisel beim nächsten mal fahren sollten und dann verabschiedeten sich die beiden auch schon freundlich. ...
Jepp, sie haben nichts zu unserer Scheibe oder unserem ansonsten ja auch nicht gerade hübschen Auto gesagt. :D
Wir saßen dann noch einige Minuten herum, nachdem die Polizei schon lange weg war, um zu realisieren das wir gerade echt gut davongekommen waren. Vor so einem Moment hatten wir schon die ganze Zeit Angst gehabt...
Wir haben die ganze Sache später rekonstruiert und die beiden Polizisten haben den Riss ganz sicher gesehen besonders von ihrem Standort an der Tür und mit der Lichtbrechung des Taschenlampenstrahls war es der fette Riss ganz eindeutig sichtbar. Vermutlich waren die beiden einfach nur sehr lieb und habe so getan als hätten sie nichts gesehen. :) Gut für uns war auch, dass die Warnschilder auf: "Police now targeting: Inattentive drivers" standen und so eine so vielleicht eine Untersuchung des Fahrzeugs an sich an dem Tag kein Pflichtprogramm war...

Wir sind dann noch zum Campingplatz, aber danach nie wieder mit dem Auto gefahren.  :D

Mein Handy hat irgendwann den Geist aufgeben und und musste feststellen, dass der Grund dafür war, dass die Firma die vor einem halben Jahr meinen kaputten Bildschirm gewechselt hatte gepfuscht und an meinem Mainboard herum geschnitten hatte. Tja, ärgerlich...

Da die Zeit langsam drängte riefen wir einen Schrottplatz an um einen Abholtermin für unser Auto zu vereinbaren. Kurz nachdem wir das geregelt hatten meldeten sich die Interessenten die vorher so abrupt doch nicht mehr wollten noch einmal, aber wir hatten dann keine Lust auf eine weitere Wackelpartie und habe denen abgesagt. Wir hätten das Auto ja nicht einfach irgendwo stehen lassen können...

Jetzt wo klar war, dass wir das Auto nicht an andere Reisende verkaufen würden mussten wir uns unserer ganzen heißgeliebten Ausrüstung entledigen da, der Schrottplatz das nicht im Auto haben wollte. Dazu haben wir alles was brauchbar war zum OP-shop gebracht, unseren brandneuen Ersatzreifen hatten wir schon vorher irgendwann verkauft und viele Sachen mussten dann auch leider einfach in die Mülltonne wandern. Auf dem Campingplatz waren leider fast nur reiche Rentner und keine Backpacker die sich auch über die ältesten Sachen gefreut hätten. Ein (natürlich deutsches) Pärchen an Reisenden kam dann irgendwann an und freute sich über unseren Ersatztank den wir bis dahin dann als letztes Teil übrig hatten. :)

Wir haben uns dann wirklich sehr schweren Herzens von Bruce verabschiedet und hoffen, dass der in die ewigen Fahruntergründe einrollt. :'(  Der man mit dem Abschleppwagen war total lieb und konnte uns super verstehen. :) Machs gut Bruce, wir werden dich niemals vergessen!!

Mit diesem Schritt merkten wir, wie ein großer Teil von dem was Australien so schön gemacht hatte weg war. Unser Treuer Begleiter und Dach überm Kopf war weg und wir wussten, dass es jetzt wirklich bald Zeit war selber zu gehen.

Die Nummernschilder gaben wir dann noch bei Services SA ab und wir haben jetzt neulich Post bekommen, weil wir wohl noch Geld zurückkriegen. Und yeahhiii keine Blitzertickets oder sowas!! :D

Wir haben dann auch noch unserer Autoversicherung gekündigt und wollten auch unseren Bank-Account schließen, aber da man das auch aus Deutschland machen kann, haben wir es dann vorerst gelassen. :)

Am Morgen nach der letzen Nacht auf dem bescheidenen Campingplatz haben wir dann unser Zelt was auch wirklich nicht mehr wollte zusammen mit unseren letzen gammeligen aber trotzdem tollen Kochutensilien und sonstigem traurig in die Mülltonne gekloppt und sind dann mit unseren Rucksäcken los in die Stadt.
Die Taschen haben wir dann zu CPP gebracht und sind dann noch ein letztes mal ins CBD gegangen.
Später sind wir dann zurück zur Firma um mit Peter zu ihm nachhause zu fahren.

Roos
Hallo du kleiner Hüpfer!

Bobtail-Lizard
 
Corellas in Adelaide
Die Shelly-Barbie Rock Collection
Die Shelly-Barbei Evil Genius Collection
Mein Grace-Shirt noch ein letztes mal angezogen...
Shelly will Brucy nicht gehen lassen!
Liegestreik!!
Beide ganz traurig... :'(

Damit Bruce uns nie vergisst. :)
Neeeein :(
Bye bye Bruce... :)
Trauerfeier...

Unser Zelt im Hintergrund





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